|
|
|
 |
| |
 |
|
 |
Portugiesen stehen gerne Schlange. Portugiesen stehen gerne von 10 Uhr morgens bis 13 Uhr mittags an Bankschaltern Schlange, während die Geldautomaten und die Klimaanlage ausgefallen sind und durch die auf-und zu schnappende Eingangstür glutheisse Luft hereinschwappt. Es ist nur ein Schalter geöffnet, weil Mittagszeit ist und sich die Angestellten, die nicht auswärts essen gegangen sind, im Hintergrund um das neue Baby (→Kinderliebe) der Kollegin scharren, das eingehend begrüsst, bekitzelt, bekrault, besprochen, und gelobt werden muss.
„PLING!“ – Es erscheint eine Nummer auf dem Display an der Wand und man geht zu dem Schalter, der angezeigt ist. (Wenn man hereinkommt, zieht man an einem Automaten ein Nümmerchen. Ausländer, die herein kommen, ziehen kein Nümmerchen, erst wenn sie sich beschweren, dass sie beständig übergangen werden, bedeutet man ihnen mit einem freundlichen Kopfnicken die korrekte Vorgehensweise an.) Der Nächste Bitte. Wen haben wir denn da? Ah, Filomena! Lange nicht gesehen! Gehts der Mutter besser? Schön zu hören. Und den Kindern? Der Älteste studiert in Coimbra? Das ist ja toll. Und der Schwiegervater? Rachitis, oh, nein, das ist nicht so angenehm. Aber da gibt es doch so einen Arzt oben in O Porto...
|
|
|
|
 |
|
 |
|