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Keine Ahnung, warum sie Entenmuscheln heissen, wo sie doch aussehen, wie Elefantenfüsse. Genauer, wie Elefantenunterschenkel en miniatur mit Hornzehen. Man isst sie nicht unbedingt wenn man grossen Hunger hat, dafür ist die Prozedur, an ihren essbaren Teil zu gelangen, zu mühsam. Man geniesst sie eher zu einem kalten Bier und unterhält sich dabei. Zuerst ist man etwas ratlos. Der Wirt hat also einen länglichen Teller voll mit diesen merkwürdigen Beinen, die nicht im entferntesten aussehen wie Muscheln, gebracht – und man fragt sich, was man davon jetzt essen kann. Wo sitzt das Fleisch? Man sieht sich verstohlen um.
Wir befinden uns in einer kleinen Bar gegenüber dem Waschhaus in Vila do Bispo, der Perceveshochburg an der Westalgarve. Gerade ist Nachschub geliefert worden; die Wirtin, der Sohn, der Grossvater und ein Verwandter sitzen draussen am langen Tisch, pulen Percevestrauben auseinander und befreien sie von Seetang- und Algenstücken. Dann wird alles in einen grossen Sudtopf geschüttet und gekocht. Das touristische Mitleid mit zunächst noch lebenden, dann kochenden Speisetieren hält sich in Grenzen, da nicht vorstellbar ist, dass so etwas überhaupt ein Bewusstsein haben kann.
Also, - so wird gegessen: man nimmt die Muschel an ihren „Zehen“ zwischen zwei Finger, drückt ein bis zwei Mal zu, sodass das noch verbleibende salzige Meerwasser herausgedrückt wird und beisst dann hinter den „Zehen“, am Anfang des „Beines“ einmal kräftig zu, sodass das Muschelfleisch herausschnellt, saugt an und – naja, muss sich erst einmal an dieses Prozedere gewöhnen. Es klingt beschrieben nicht so lecker, wie es dann wirklich ist. Wer auf leicht salzige Meereskost steht, für den sind Perceves genau das Richtige. Nach circa fünf Übungsdurchgängen sieht man schon aus wie ein „alter Hase“, und neu hinzukommende Touristen werfen einem bewundernde Blicke zu.
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