Sich zurechtfinden - Alltag in Portugal

Autofahren in Portugal

Beradet in Portugal losfahren – mit Vorsicht

4 Rädrige, 2 rädrige oder noch mehr rädrige Fahrzeuge sollten vorsichtig sein:

Auch das portugiesische Verkehrsamt hatte zum Jahreswechsel neue Vorsätze; und das bedeutet schlicht die Strafzettelverteilung der hiesigen Polizei solange bis auch der letzte Portugiese sich an die mitteleuropäischen Straßenverkehrsgewohnheiten annähert und einhält.

Für manche von uns, die sich gerne über den eigenwilligen Fahrstil der heimischen Bevölkerung  aufregen, könnten die Strafzettel ein willkommene Massnahme sein, uns alle aber sollten sie in Alarmbereitschaft versetzen.

Stellen Sie sich vor, ein Leihwagen blinkt links, dann rechts, dann plötzlich doch gerade aus, angezeigt durch den Beifahrer, der über das GPS bzw. die Karte gebeugt, wild gestikulierend dem Fahrer die Richtung neu entziffert hat – ein eigentlich ziemlich häufiger Anblick.

Hinzu kommen knatternde „mata velhos“ (wörtlich und düster übersetzt: bringt den Alten um) von eben diesen alten Männern gefahren, die ihre Umgebung kaum wahrzunehmen scheinen. Es handelt sich um 270 – 500cc Maschinen, für die braucht man keinen Führerschein, sehen irgendwie witzig aus, sind aber, und das deutet der umgangssprachliche Ausdruck an, ziemlich gefährliche fahrbare Untersetzer.

Hier nun einige der wichtigsten Verkehrsregeln, entnommen dem portugiesischen Verkehrsamt (www.ansr.pt):

Ausweispapiere (und für portugiesische Bürger auch die obligatorische Steuernummer)

Mobiltelefonieren ist während der Fahrt natürlich verboten, aber nun auch der Gebrauch der kleinen Kopfhörer in beiden Ohren. Ein Hörer in einem Ohr ist erlaubt.

Kinder müssen in einem Kindersitz bzw. Sitzschale untergebracht werden bis sie 1,35m groß sind.

Fahrradfahrer haben neue Rechte: Mindestabstand 1,5m beim Überholen;  ganz wichtig ist auch: sie werden seit neuestem als Fahrzeuge eingestuft. Das heißt, es müssen Ausweispapiere mitgeführt werden (und die Fiskalnummer, falls es sich um einen portugiesischen Bürger bzw. einen Residenten handelt). Das Licht muss nachts eingeschaltet sein und das Fahren auf dem Gehsteig ist illegal.

Im städtischen Gebiet, das vorwiegend von Fußgängern benutzt wird, herrscht a sofort für Rad- und Autofahrer Tempolimit 20km/h.

Die wichtigsten Änderungen gibt es beim Verhalten in den so beliebten Kreisverkehren:

Auf der rechten Spur darf nur eingefahren werden, wenn man sofort die nächste Ausfahrt nimmt. Andernfalls darf nur in der inneren Spur gefahren werden und erst dann in die rechte Spur gewechselt werde, wenn man rechts rausfahren will.

Seien Sie vorsichtig, Ausnahmen gibt es für schwere Fahrzeuge, Fahrräder (haben immer Vorrang) und von Tieren gezogene Fahrzeuge. Bei Missachtung ist der portugiesische Staat nicht zimperlich und die Strafen können schmerzliche 60 – 300€ betragen.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Dauer-im-Kreis-fahren, bis man die richtige Ausfahrt gefunden hat, nicht als Verkehrsvergehen gewertet wird. Man muss allerdings auch fairerweise anmerken, dass die Kreisverkehre an der Algarve ziemlich klein, ziemlich hübsch und ziemlich häufig anzutreffen sind. Zumindest verglichen mit Lissabons Marque de Pombal und den Kreisverkehren am Flughafen Relógio´s, die man am besten mit einem tiefen Durchatmen beginnt und mehrere Runden dreht bis man den richtigen Ausgang  gefunden hat, sind Algarve „rotundas“ schon wieder richtig harmlos.

Wer alle Änderungen im Detail erfahren möchte sollte den Artikel Das neue portugiesische Straßenverkehrsrecht und die Bußgeldvorschriften im Straßenverkehr von Dr. Alexander Rathenau.