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Budens - Praia da Boca do Rio

Hier planschten schon die Römer

Der „Praia da Boca do Rio“ ist der Strand gegenüber des kleinen Ortes Budens, Gemeinde Vila do Bispo. Die Straße dorthin ist ziemlich kurvig und an manchen Stellen wirklich sehr unübersichtlich, weshalb man hier besonders auf entgegenkommende Fahrzeuge Acht geben muss. Wenn man allerdings schön aufgepasst hat, wird man nach der letzten Kurve mit dem Blick auf ein breites grünes Flusstal belohnt, das an der Küste einen kleinen Sandstrand bereit hält.

Die Bucht ist ein beliebter Überwinterungsort für Rentner in Wohmobilen, besonders den Franzosen hat sie es angetan.
Im Sommer dagegen wird der Strand stark von einheimischen Familien bzw. Schulkindern aus Budens frequentiert - auch deshalb weil sie vom Ort aus schnell mit dem Rad und einigermaßen bequem zu Fuß erreichbar ist - in ca. einer halben Stunde ist man da.

Der Strand selbst ist nicht sehr groß, hat keine Bewirtschaftung und ist wohl deshalb auch nicht so überlaufen. In den heißen Sommermonaten bildet sich häufig ein zusätzliches Süßwasserbecken an der Flussmündung (eine Sammelmündung des Ribeira de Vale Barão und des Ribeira de Budens), das bei Ebbe vom Meer isoliert ist und Kindern sowie erfrischungsbedürftigen Hunden gleichermaßen Freude bereitet.

Im Bild rechts: Boca do Rio vom Klippenpfad aus gesehen

 

Garum - der Ketchup der Antike

Der etwas steinigere Bereich rechts an der alten römischen Fischkonservenfabrik, von der noch die Außenmauern erhalten sind, wird meistens von einzelnen Anglern belegt, deren gegen die Felsen im Hintergrund unsichtbaren Angelschnüre weit ins Meer hinausragen. Fischkonservenfabrik hört sich immer so an, als hätten die Römer hier Sardinen in Blechbüchsen gefüllt - dem ist aber nicht so: hier wurde GARUM, eine andere Bezeichung ist LIQUAMEN erzeugt - eine Flüssigkeit aus zersetzem und gesalzenem Fisch, ohne die eine Mahlzeit im römischen Reich nicht denkbar war, es hatte einen ähnlichen Stellenwert wie der Ketchup bei uns heute. Deshalb gab es hier auch einen, wenn auch kleinen, Hafen. Man musste die Konserve - konserviert in riesiegen Amphoren -  ja irgendwie wegschaffen: auf Schiffen an der Küste entlang bis ins Mittelmeer.

Bild links: in solchen Becken wurde der Liquamen angesetzt.

 

Forte de Almâdena

Und noch ein historisches Gebäude findet man hier: die Reste des "Forte de Almádena" vom Strand aus gesehen links oben auf den Klippen. Man kann, um es sich näher anzusehen die Flussmündung überqueren (was nur im Hochsommer möglich ist) und den steilen Berg hinaufkraxeln - oder man biegt mit dem Auto kurz bevor es zum Boca do Rio geradeaus weitergeht, links in die neu gemachte Straße ein und folgt dieser den Berg hinauf, dann ist es ausgeschildert. Von der Festung stehen nur noch ein paar Mauerreste, die vom Grün überwuchert werden - aber der Blick von dort oben ist gigantisch: weit über den Ozean in östlicher Richtung und weit über den Ozean nach Westen - bis hin bis zum Capo de São Vicente, dem ehemaligen Ende der Welt.

 

 
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